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Liebe Bürgerinnen und Bürger!


Wir Dreieicher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen in unserem Wahlprogramm aufzeigen, welche Vorstellungen, Orientierungen und Wegmarkierungen uns in der Entwicklung unserer Stadt zwischen 2006 und 2011 leiten.

Die Stadt und ihre eigenverantwortliche politische Gestaltung sind für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten der Kern eines friedlichen, nachbarschaftlichen und solidarischen Zusammenlebens.

So bedeutsam die Bundes- und Landespolitik für uns alle ist, so entscheidend erfährt die Entwicklung einer Stadt und einer Region ihre Prägung durch die kommunalpolitische Eigenverantwortung von Stadt und Kreis.


Starke Wirtschaft – Gesicherte Finanzen

Grundlage jeder erfolgreichen Kommunalpolitik muss eine vernünftige, langfristig orientierte Haushaltpolitik sein. Ansonsten lebt die Stadt auf Kosten ihrer Kinder.

Für eine Kommune sind die wirtschaftliche Entwicklung und gesicherte Finanzen wesentliche Bausteine für eine nachhaltige Zukunft auf hohem Niveau.

Die Politik der bürgerlichen Mehrheiten (CDU, FWG und FDP) in der 2. Hälfte der 90er Jahre hat Dreieich trotz guter Einnahmen zu der am stärksten verschuldeten Stadt vergleichbarer Größe in ganz Hessen gemacht. In den letzten Jahren gelang es wegen der hohen Folgekosten und der sinkenden Einnahmen nicht, das Steuer herumzureißen.

Der Lösung der dramatischen Finanzlage der Stadt, die in der Vergangenheit einen Schuldenberg von über 100 Millionen Euro aufgebaut hat, muss eine Schlüsselrolle zukommen. Hier lässt sich der Zeiger nicht zurückdrehen, wenn es um Belastungen, wie zum Beispiel aus dem Rathaus (Dienstleistungszentrum), dem Ulmenhof, dem Hallenbad und den entgangenen Erschließungsbeiträgen im Wohngebiet Säuruh geht. Aber die Weichen für die Zukunft müssen neu gestellt werden.

Im Rahmen einer erfolgreichen ökonomischen Ausrichtung in Dreieich kommt besonders der mittelständischen Wirtschaft, dem Einzelhandel und dem Handwerk eine große Bedeutung zu. Diese sind die Garanten für die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze. Das Referat Wirtschaftsförderung wird sich verstärkt dieser Aufgabe widmen und mit gezielten Aktionen den erheblichen Leerstand in verschiedenen Gewerbegebieten abbauen helfen.

Das Dienstleistungsangebot muss im Einzelfall weiter auf Möglichkeiten der Kooperation mit Nachbarkommunen, der Effizienzsteigerung, einer eventuellen Privatisierung und des Bürokratieabbaus untersucht werden.

Ziel der Haushaltskonsolidierung muss es sein, dass sich die laufenden Ausgaben an der Einnahmesituation orientieren und das jährliche negative Verwaltungsergebnis Zug um Zug verbessert wird. Nur so lassen sich die Lasten für kommende Generationen noch bremsen. Deshalb wird es die wichtigste Aufgabe der nächsten Wahlperiode sein, die dramatische Finanzlage der Stadt zu verbessern.

Wir wollen in den kommenden Jahren das städtische Finanzproblem in den Griff bekommen, ohne die Strukturen auf sozialem und kulturellem Gebiet, die in den letzten Jahrzehnten aufgebaut worden sind, zu zerschlagen. Unbedingte Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sofort mit einem Sparprogramm begonnen wird. Einschränkungen von kommunalen Leistungen sind unerlässlich. Wir werden unter Einbeziehung der in Vereinen und Initiativen engagierten Bürgerinnen und Bürger ausloten, in welchem Umfang Einsparungen möglich sind, damit nicht in wenigen Jahren die freiwilligen Leistungen der Stadt völlig gestrichen werden müssen.

Als erste Schritte sind die nachfolgenden Konsolidierungsmaßnahmen durchzuführen:
Die Personalkosten der Stadt werden in den nächsten Jahren kontinuierlich ohne betriebsbedingte Kündigungen reduziert (zum Beispiel durch Verzicht auf die Wiederbesetzung einzelner Stellen).
Ein strenges effizientes Sachkostenbudget wird eingeführt.
Investitionsvorhaben werden nur bei absoluter Unerlässlichkeit getätigt.

Zu sozialem Kahlschlag jedoch darf und wird es mit der SPD dabei nicht kommen. Gerade die so genannten freiwilligen Leistungen im sozialen Bereich sind wichtige und nachhaltige Bestandteile der kommunalen Daseinsfürsorge. Wenn alle an einem Strang ziehen, wird es möglich sein, die Stadt in den nächsten Jahren aus der Finanzmisere herauszuholen.


Wohnen und Arbeiten

Da neue Wohngebiete auch immer Verbrauch von Freiflächen und zusätzlichen Verkehr bedeuten, werden wir bei der Ausweisung von Baugebieten Behutsamkeit walten lassen. Stadtentwicklung im Ballungsgebiet heißt heute, dass wir uns der Begrenztheit der Ressource Landschaft bewusst sein müssen.

Wir wollen neue Wohngebiete entwickeln, in denen Menschen aller Altersklassen und unterschiedlicher Herkunft gut zusammenleben können. Der sich für die Zukunft abzeichnende demographische Wandel und die damit verbundene Veränderung der Altersstruktur erfordern eine entsprechende Wohnbauentwicklung mit Infrastruktur. Neben der Bebauung von Lücken in bestehenden Wohngebieten wollen wir zusätzliche Wohngebiete erschließen.

Als Entwicklungsflächen sehen wir noch folgende Gebiete an:
Das planerisch weit fortgeschrittene Baugebiet nördlich der Albert-Schweitzer-Straße. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Baugrundstücke auch für junge Familien erschwinglich sind.
Die in der Planung befindliche Arrondierung im Gebiet Heckenborn.
Hier ist darauf zu achten, dass die verkehrliche Erschließung nicht zu unzumutbaren Belastungen für das angrenzende Wohngebiet führt.
In Sprendlingen kommt mittelfristig noch eine Randbebauung der Baierhansenwiesen westlich der Hegelstraße in Betracht.

Stadtentwicklung heißt auch, ein verträgliches Miteinander von Wohngebieten und Gewerbegebieten. Wir wollen die zügige Umsetzung des neuen Gewerbegebietes in der Rostadt, damit in absehbarer Zeit wieder durch neue Betriebe zusätzliche Arbeitsplätze und durch die Gewerbeerträge eine Verbesserung der Stadtfinanzen erreicht werden kann. Für die Erschließung dieses Gewerbegebiets ist eine Südumfahrung Sprendlingen-Buchschlag nicht erforderlich. Ein naher Autobahnanschluss (an die A 661 in Langen) ist ebenso vorhanden wie eine Anbindung an die Dreieichbahn. Durch die Trennung von der Planung der Südumgehung kann das Gewerbegebiet in der Rostadt zügig geplant und umgesetzt werden.

Mit der Entwicklung dieser Gebiete muss der Landschaftsverbrauch in Dreieich abgeschlossen sein. Deshalb sehen wir eine bessere Ausnutzung noch ungenutzter Grundstücke oder auch leerstehender Büro- und Gewerberäume als eine weitere vordringliche Aufgabe der Wirtschaftsförderung der Stadt an.

Es gilt auch, die Kommunikation mit den Gewerbetreibenden in der Stadt zu intensivieren. Nur durch eine gemeinsame Strategie von Stadt und Gewerbe kann es gelingen, die Innenstädte aufzuwerten.


Natur und Umwelt

Die Erhaltung der natürlichen Lebensräume in unserer Stadt und der pflegliche Umgang mit der Natur müssen eine Selbstverständlichkeit sein und ein entsprechendes Gewicht in der Stadtentwicklungsplanung haben. Wir setzen uns daher dafür ein, dass die Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgemeinschaft Umwelt und Naturschutz und der Stadt Dreieich zu allen ökologischen Fragen weiterhin fortgeführt wird. In einem dicht besiedelten Raum wie unserer Region muss eine Verknüpfung mit den berechtigten Interessen der Bevölkerung nach Erholung in der freien Natur selbstverständlich sein. Zu den „grünen Lungen“ gehören städtische Grünanlagen und Spielplätze ebenso wie die weitläufigen Wiesen und Wälder unserer Stadt. Das Projekt „Regionalpark“ ist eine weitere gute Möglichkeit, diese Naturräume in ihrem Bestand zu sichern und gleichwohl Naherholung für alle zu ermöglichen.


Verkehr

Die Dreieicher Bürgerinnen und Bürger wollen mobil bleiben. Dazu gehört auch das Auto als Verkehrsmittel des Individualverkehrs. Allerdings wollen wir, dass sich Busse und Bahnen immer mehr als eine attraktive Alternative im innerstädtischen und regionalen Verkehr entwickeln. Es ist bereits ein deutlich verbessertes Angebot im öffentlichen Nahverkehr durch die Einrichtung der Dreieichbahn und ein abgestimmtes Bussystem zu verzeichnen, doch wir Dreieicher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen zusammen mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund, der Kreisverkehrsgesellschaft und den Verkehrbetrieben Dreieich den öffentlichen Nahverkehr noch bedarfsorientierter weiter entwickeln. Hierbei denken wir an Verbesserungen des ÖPNV durch umsteigefreundliche Vertaktung auch in den Nachtstunden und einen Ringverkehr innerhalb des Stadtgebietes.

Durch die zentrale Lage von Dreieich im westlichen Kreisgebiet und die Nähe zu den Autobahnen ist der Stadtteil Offenthal in besonderer Weise von erheblichem Durchgangsverkehr belastet. Wir machen uns deshalb dafür stark, dass die Umgehungsstraße dort schnellstmöglich realisiert wird. Sowohl bei der Hessischen Landesregierung als auch bei der Bundesregierung drängen wir darauf, dass diese Bundesstraße finanziert bleibt und gebaut wird. Bis zur Fertigstellung der Umgehungsstraße in Offenthal fordern wir ein Lkw-Fahrverbot durch den Ort.

Mit der Anbindung der Nordspange an die Frankfurter Straße im Norden von Sprendlingen kann die Verkehrssituation in diesem Teil der Stadt deutlich entzerrt werden und zu einer Verbesserung der innerstädtischen Wohnumwelt beitragen.

Die Südumfahrung von Sprendlingen und Buchschlag wird von uns nach wie vor abgelehnt, weil sie keine Entlastung der betroffenen Ortsteile mit sich bringt, sondern eher noch eine größere Belastung nach sich zieht. Wie Untersuchungen ergaben, wird die Möglichkeit der Umfahrung des Frankfurter Kreuzes mit einer Südumfahrung Sprendlingen-Buchschlag zwangsläufig umfangreichen zusätzlichen Verkehr anziehen.

Da das vorhandene Radverkehrsnetz noch große Lücken aufweist, sind wir für die Umsetzung des Rad-Verkehrskonzeptes der Stadt Dreieich. Dies gilt auch für den Radweg von Sprendlingen zum Waldfriedhof, sowie von Götzenhain nach Neu-Isenburg. Mit dem Ziel „Erhöhung der Sicherheit“ sollen Maßnahmen zur Sicherung und Bündelung des Radverkehrs innerstädtisch umgesetzt werden.

Nicht nur der Verkehrslärm auf den Straßen vermindert die Wohnqualität in unserer Stadt, sondern immer mehr ist es auch die Belastung durch den ständig zunehmenden Flugverkehr. Wir Dreieicher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind deshalb gegen einen weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens über seine bestehenden jetzigen Grenzen hinaus und fordern ein sofortiges und rechtlich wirksames Nachtflugverbot von 22 – 6 Uhr.


Umwelt, Energie, Abfallwirtschaft

Der verantwortungsvolle Umgang mit Energie bleibt ein Dauerthema in unserer Stadt. Die Nutzung der erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel der Sonnenenergie oder der Erdwärme zur direkten Erzeugung von Wärme und Strom, muss in Dreieich einen höheren Stellenwert bekommen. Die Tätigkeiten des Arbeitskreises „Lokale Agenda 21 Dreieich“ werden weiterhin von uns unterstützt.

Der sparsame Umgang mit dem Naturgut Wasser muss in gleicher Weise auch weiterhin im Bewusstsein aller Bürgerinnen und Bürger bleiben. Um den Verbrauch von wertvollem Trinkwasser zu reduzieren, soll der Einbau von Regen- und Brauchwasser-Nutzungsanlagen in privaten und öffentlichen Gebäuden angeregt werden. Durch Auflagen in Bebauungsplänen und in Baugenehmigungsverfahren sollen zusätzliche Akzente gesetzt werden.


Familie, Kinder, Jugendliche

Die Zukunftsfähigkeit von Dreieich bemisst sich auch daran, wie familienfreundlich unsere Stadt ist. Denn Familienfreundlichkeit wird als Standortfaktor an Gewicht gewinnen. Wir wollen Dreieich zu einer Vorzeigekommune in punkto Kinder- und Familienfreundlichkeit machen. Dazu ist in der Familienpolitik ein Strukturwandel erforderlich: In allen kommunalen Politikbereichen sollen die Bedürfnisse der Familien verstärkt und vorrangig Berücksichtigung finden. Wir wollen, dass Elternrolle und Berufstätigkeit zukünftig besser zu vereinbaren sind.

Wir wollen die Jahre der frühen Kindheit künftig noch mehr als bisher für Förderung und Bildung nutzen. Die Kita-Betreuung soll zu Angeboten des sozialen Lernens und der frühkindlichen Bildung weiterentwickelt werden. Für jede Altersgruppe sollen Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Nur so können wir nachhaltig zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. Beim Ausbau der Betreuung müssen wir darauf achten, dass ein bedarfsgerechtes, vielfältiges und qualitativ hochwertiges Angebot an Kita-Plätzen, altersgemischten Gruppen, Krabbelgruppen, Tagesmütterdiensten in unterschiedlicher Trägerschaft zur Verfügung steht.

Der Nulltarif für die Kindergartengrundversorgung bleibt unser Ziel. Er war in der früher selbständigen Stadt Dreieichenhain unter sozialdemokratischer Führung bereits realisiert. Die Forderung der Landesregierung nach Anhebung der Elternbeiträge lehnen wir daher klar ab. Sobald die finanzielle Situation es wieder zulässt, werden wir die im Jahre 2002 begonnene Gebührensenkung fortsetzen. Es wäre jedoch nicht nur unverantwortlich sondern auch unrechtmäßig, eine Gebührensenkung mit zusätzlichen Schulden zu bezahlen.

Bildungspolitik ist Landespolitik. Deshalb darf das Land die Kommunen bei der Umsetzung dieser Ziele nicht alleine lassen. Die Kommunen brauchen hierfür eine ausreichende und vor allem verlässliche finanzielle Unterstützung des Landes. Wir werden dies beim Land Hessen einfordern.

Wir wollen Bildungsbenachteiligung schon vor Schulbeginn vermeiden bzw. ausgleichen, zum Beispiel durch Vorschulprogramme, die in Kooperation von Kita und Grundschule organisiert werden. Kindertagesstätten und Schulen sollen noch stärker beim Übergang von einem in das andere System zusammenarbeiten und ihre jeweiligen Kompetenzen nutzbar machen. Andere Bildungsträger hier in Dreieich wie unsere Vereine, die Musikschule und die Volkshochschule können und sollen bei der Erfüllung dieses Auftrags durch direkte Angebote für die Kinder unterstützend helfen. Erste erfolgreiche Schritte in dieser Hinsicht konnten einige Grundschulen mit Nachmittagsangeboten schon vermelden.

Des Weiteren wollen wir erreichen, dass neben den bereits geplanten Ganztagsschulen an den Grundschulen Erich-Kästner-Schule in Sprendlingen, Wingert-Schule in Offenthal und Karl-Nahrgang-Schule in Götzenhain weitere Grund- und weiterführende Schulen in das Ganztagsschulprogramm des Kreises Offenbach aufgenommen werden, denn Ganztagsschulen sind die Schulen der Zukunft.
Um individuelle Defizite auszugleichen soll die Hausaufgabenhilfe fortgeführt werden. Durch den permanenten gesellschaftlichen Wandel steigt der Bedarf junger Menschen nach Orientierung und Unterstützung. Aus diesem Grund wollen wir die offene Kinder- und Jugendarbeit mit ihren dezentralen Angeboten stärken. Ist sie doch anerkanntermaßen ein notwendiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur unserer Stadt, der eine große präventive Funktion zukommt.
Wir wollen auch weiterhin, dass alle Kinder der betreffenden Jahrgänge einen Platz bei den Ferienspielen erhalten.

Wir wollen Jugendliche in Zukunft verstärkt beim schwierigen Prozess des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung durch gezielte Maßnahmen der Berufsvorbereitung und der schulischen Nachqualifizierung unterstützen. Hierbei wollen wir mit der heimischen Wirtschaft und dem Handwerk hier in Dreieich zusammenarbeiten.

Immer wichtiger werden in diesem Zusammenhang auch Konzepte des „Lebenslangen Lernens“. Als Pilotprojekt gilt das auch von uns mit auf den Weg gebrachte Projekt „Campus Dreieich“, das am Standort der Max-Eyth-Schule in einem räumlichen Konzept viele Elemente des lebenslangen Lernens zusammenführt. Von einer Internationalen Grundschule über das Abendgymnasiums des Kreises und die Angebote der Kreisvolkshochschule bis zur Zusammenarbeit mit der Universität Darmstadt im Bereich betrieblicher Weiterbildung reicht das Angebot und führt nach seiner Realisierung sicherlich zu einem Standortvorteil für unsere Stadt.


Senioren

Ziel der Seniorenpolitik in Dreieich ist es, die Lebensqualität im Alter zu sichern. Das geht nur mit einer aktiven Bürgerbeteiligung. Die Selbsthilfe-Potentiale müssen weiter gefördert werden. Bürger als Experten können in Eigenregie vieles besser übernehmen. Das hat auch etwas mit Menschenwürde und Respekt vor dem Alter zu tun. Beispielhaft für das bürgerschaftliche Engagement sind in Dreieich die Solidargemeinschaft der Senioren „Die Uhus“ und die Altenarbeit des Diakonischen Werkes mit den Projekten des Seniorenbüros und der Begegnungsstätte Winkelsmühle. Im Nachbarschaftstreff leistet das „Forum Sprendlingen-Nord“ hervorragende integrative und präventive soziale Arbeit für Alt und Jung und die verschiedenen Kulturen.

Angebote für Hochbetagte werden immer wichtiger. Sechs städtische Seniorenclubs werden von Ehrenamtlichen mit großem Engagement geleitet. Der Seniorenclub Zeppelinstraße in Sprendlingen, von SPD-Altbürgermeister Erich Scheid gegründet, feiert 2006 seinen 40. Geburtstag. Es gilt, das Ehrenamt von und für Senioren – insbesondere auch das der Kirchen und der AWO – auf allen Ebenen weiterhin zu unterstützen.

Trotz der schlechten finanziellen Ausgangssituation werden wir keine Abstriche bei den Angeboten der Stadt für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger vornehmen. Die Zunahme der über 80 Jährigen um 30% in allen Dreieicher Stadtteilen seit 1999 bis heute ist eine Herausforderung, der wir uns stellen wollen. Ein großes Thema ist und bleibt das Leben und Wohnen im Alter. Immer mehr Ältere wollen dauerhaft und selbstständig in ihrem Stadtteil in der vertrauten Wohnung leben.

In neuen sozialen Netzwerken werden Bürgerinnen und Bürger und professionelle Dienste in den Wohnquartieren zusammen arbeiten. Gemeinsam mit den Wohnungsbaugesellschaften und den freien Wohlfahrtsverbänden müssen weitere neue Wohnformen, wie zum Beispiel die Hausgemeinschaft „Unter einem Dach“ in Sprendlingen entstehen. Das wollen wir unterstützen.

Bei der Hilfe für pflegebedürftige und demenzkranke Menschen und deren Angehörige werden wir unseren Beitrag dazu leisten, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen auszubauen und zu verknüpfen. Für ältere Menschen in Notlagen und Krankheit muss es weiterhin soziale Fachkräfte geben, die in Krisen kompetente Ansprechpartner sind.

Öffentliche Räume und Wege müssen barrierefrei für alle Generationen nutzbar sein, damit sich Ältere, Menschen mit Behinderung und auch Eltern mit Kindern problemlos bewegen können.
Wir wollen, dass man in Dreieich gut alt werden kann.


Menschen mit Behinderung

Wir werden die hervorragende Arbeit der städtischen Behindertenbetreuung auch weiterhin unterstützen. Da in Dreieich auch behinderte Kinder und Erwachsene aus anderen Kommunen mit betreut werden, müssen wir darauf hinwirken, dass die entsprechenden Kommunen noch stärker als bisher einen finanziellen Beitrag leisten.


Vereine, Kultur, Sport, Freizeit

Das kulturelle Leben und das kulturelle Angebot in unserer Stadt leisten maßgeblichen Beitrag zur Lebensqualität unserer Einwohner und zur Attraktivität von Dreieich. Deshalb werden wir auch in Zukunft die Aktivitäten der Vereine und Gruppen nach Kräften unterstützen und fördern. Als Beiträge der Stadt zum kulturellen Leben Dreieichs wollen wir u.a. die Burgfestspiele, Jazz in der Burg, die vielfältigen Veranstaltungen des Bürgerhauses, das Angebot der städtischen Bibliotheken, die Volkshochschule – um nur die wichtigsten Anbieter zu nennen – auch in finanziell schwierigen Zeiten weiterhin finanziell unterstützen, denn Kultur schafft unverwechselbare Identität. Das setzt voraus, dass die CDU-Landesregierung von ihren Plänen für einen Kulturzwangsverband Rhein-Main ablässt.

Sport ist ein weiterer zentraler Bestandteil der lokalen Kultur hier in Dreieich. Er bedeutet Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben und praktische Integrationspolitik. Insbesondere bei der sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen spielt Sport eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es eine wichtige kommunalpolitische Aufgabe, Angebote für Sport, Erholung und Freizeit zu fördern. In der letzten Wahlperiode haben wir uns mit Erfolg für den Erhalt des Parkschwimmbades eingesetzt.

Wir stehen ausdrücklich zu unseren Dreieicher Vereinen, die einen unverzichtbaren sozialen Beitrag für die Bürgerinnen und Bürger und die Stadt Dreieich leisten. Auch wenn die 20%ige Kürzung der Vereinszuschüsse in diesen Zeiten des knappen Geldes vorerst beibehalten werden muss, so soll doch der Großteil der Zuschüsse an unsere Dreieicher Vereine weiterhin ausgezahlt werden. Denn ohne die überaus engagierte ehrenamtliche Mitarbeit vieler Aktiver in den Vereinen gäbe es das reichhaltige Sport- und Freizeitangebot in unserer Stadt nicht.

Um die vorhandene Qualität unserer Sportstätten nachhaltig zu erhalten, bzw. dort, wo nötig zu verbessern, sind gemeinsam mit den Sportvereinen neue Wege und Konzepte zu prüfen. Dies gilt für alle Dreieicher Sportstätten, zum Beispiel auch für den Sportplatz Maybachstraße in Sprendlingen und den Susgo-Sportplatz in Offenthal.


Integration

Das Zusammenleben mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern kann nur gelingen, wenn möglichst große Chancengleichheit hergestellt ist. Die gleichberechtigte Teilhabe der Migrantinnen und Migranten am gesellschaftlichen und sozialen Leben in unserer Stadt ist notwendige Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben in kultureller Vielfalt. Die Einbeziehung von Migrantinnen und Migranten in die Gestaltung von Integrationsprozessen und Projekten, sowie die Beteiligung von Migranten-Organisationen bei der Umsetzung von Integrationsmaßnahmen ist unabdingbar. Durch die Schaffung eines Integrationsbüros haben wir die Voraussetzung dafür geschaffen, sich für diese Ziele nachhaltig einzusetzen.

Wir werden auf diesem Gebiet vor allem die Kinder- und Jugenderziehung in Kitas, Schulen und Vereinen unterstützen, damit tolerante Verhaltensweisen von klein an selbstverständlich werden.
Sprache ist der entscheidende Schlüssel zur Integration. Für Kinder aus Zuwandererfamilien ist die Beherrschung der deutschen Sprache Voraussetzung für einen erfolgreichen Schulbesuch und damit für die spätere Chance zum beruflichen Erfolg. Deshalb setzen wir uns ein für die Fortführung und den Ausbau der sehr erfolgreichen Sprachförderprojekte an den Kitas in Dreieich, an denen sowohl Kinder als auch Frauen bzw. Mütter teilnehmen.

Zunehmend wichtiger wird auch die interkulturelle Öffnung der städtischen Verwaltung, d.h. die Einstellung von Personal mit Migrationshintergrund und sprachlicher und kultureller Kompetenz.
Das internationale Sommerfest als bewährte gemeinsame Veranstaltung von Deutschen und Ausländern wird von uns finanziell und in städtischer Regie grundsätzlich unterstützt, denn Integration kann nur als wechselseitiger Prozess gelingen.