SPD Dreieich
Kommunalwahlprogramm 2011–2016
 
 
Finanzen

Fast alle Städte und Gemeinden haben finanzielle Probleme. Die Stadt Dreieich leidet noch immer in besonderem Umfang unter den Folgen der verfehlten Finanzpolitik der CDU-geführten Mehrheiten in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre. Wir haben daher in der letzten Wahlperiode den neu gewählten Bürgermeister Dieter Zimmer bei seinen Bemühungen um Haushaltskonsolidierung massiv unterstützt. Dies war nicht immer einfach zu vermitteln, aber es wurden auf dem Weg zur Haushaltskonsolidierung durchaus deutliche Erfolge erzielt.

Wir mussten beispielsweise bereits in der letzten Wahlperiode schweren Herzens der Kürzung von Vereinszuschüssen und der Schließung von Verwaltungsaußenstellen unsere Zustimmung geben. In der laufenden Wahlperiode haben wir der Schließung des Bürgersaals in Buchschlag und dem Verkauf des Geländes ebenso zustimmen müssen wie dem Verkauf des Burghofs in Dreieichenhain. Auch bei den Personalkosten wurde massiv gespart. Die Zahl der hauptamtlichen Stadträte wurde auf Initiative der SPD von zwei auf eine/-n reduziert. Im Rathaus wurden Führungsstellen zusammengefasst und insgesamt 45,5 Stellen eingespart. Es wurden keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen; dies soll auch in der nächsten Wahlperiode eingehalten werden.

Neben der Wirtschafts- und Finanzkrise sind durch ständig steigende Anforderungen von Bund und Land an die Städte und Gemeinden wesentliche Teile der Dreieicher Sparbemühungen leider wieder „aufgefressen“ worden. Es erfolgt keine ausreichende finanzielle Ausstattung von Bund und Land für von der Stadt zwingend zu erbringende Leistungen. Bei den Kinderbetreuungskosten führt das z.B. zu einer jährlichen Mehrbelastung von rund 300.000 Euro, weil das Land Hessen gemachte Zusagen nicht einhält. Auch deshalb hat die Stadt Dreieich kaum noch finanziellen Spielraum.

Im Sinne der Generationengerechtigkeit ist es dennoch weiter unumgänglich, an der Konsolidierung festzuhalten.

Dabei verfolgen wir folgende Ziele:
Am Ende der Legislaturperiode (2016) soll Dreieich einen ausgeglichenen Haushalt haben.
Die Verkaufserlöse aus städtischem Vermögen sind nur zur Schuldentilgung einzusetzen.
Die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen ist zu intensivieren. Beispielsweise ist die Zusammenlegung von Ämtern zu prüfen.
Eine Unterstützung für stark verschuldete Städte und Gemeinden wird bei Land und Bund eingefordert.
Die Einnahme-Situation mit Hilfe innovativer Maßnahmen (z.B. in den Bereichen Wirtschaftsförderung und Geschäftsreiseverkehr) soll verbessert werden.
Die freiwilligen Hilfen der Bürger/-innen z.B. durch „Baumpatenschaften“ sind zu fördern.

Um unser Hauptziel – einen ausgeglichenen Haushalt – zu erreichen, wird ein Paket von Sparmaßnahmen nötig sein. Das werden wir unterstützen, solange Augenmaß, Fairness und soziale Ausgewogenheit den Maßstab für die Entscheidungsfindung bilden.

Für uns gilt: „Keine Wahlversprechen, die nicht finanzierbar sind.“


Wirtschaft

Eine gute Wirtschaftsstruktur mit einer breitgefächerten Ansiedlungspolitik ist eine wichtige Grundlage für den kommunalen Handlungsspielraum. Denn die Gewerbesteuer ist die maßgebliche Einnahmequelle der Stadt Dreieich, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Deshalb halten wir folgende Zielsetzungen und Aufgabenschwerpunkte für wichtig, damit die Stadt Dreieich weiter ein attraktiver Standort für Unternehmen bleibt und sich weiterentwickelt. Dazu gehört:

Standortvorteile noch deutlicher darstellen (z.B. gute Lage im Rhein-Main-Gebiet, optimale Anbindung an überregionale Autobahnen [A3/A5/A661], Nähe zum Rhein-Main-Flughafen, vielfältiges kulturelles Programm, moderne Schulen).
Qualitätsverbesserung für vorhandene Gewerbeflächen in Abstimmung mit Eigentümer/-innen und Investor/-innen mit Einbindung von Fördermitteln.
Stärkung der Wirtschaftsförderung (www.dreieich.de / Wirtschaft & Stadtentwicklung) durch Stadtmarketing.
Verstärkte Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung im Landkreis Offenbach (www.kreis-offenbach.de / Unsere Themen / Wirtschaft / Wirtschaftsförderung).
Anstelle von neuen Gewerbegebieten Leerstände von Büro- und Lagerflächen weiter reduzieren.
Stadtwerke (www.stadtwerke-dreieich.de) durch Verbundstruktur/Kooperation zukunftssicher machen.
Schrittweise Umsetzung des Einzelhandelskonzeptes. In den Innenstädten muss die Nahversorgung mit Waren und Dienstleistungen erhalten bleiben und – wo möglich – ausgebaut werden.
 
 

Wir bleiben dabei: Die SPD steht zu ihren Zielen in der Sozialpolitik.
 
Versprochen (2005) Gehalten (2010)
Keine größere Gruppenstärke in den Kitas, mehr Erzieher/-innen Gehalten
Ganztagsbetreuung an den Schulen Förderung und Unterstützung (z.B. an der Erich-Kästner- [www.eks-dreieich.de], Karl-Nahrgang- [www.karl-nahrgang-schule.de] und Wingertschule [www.wingertschule-dreieich.de])
Neuorganisation und qualitative Verbesserung von städtischen Angeboten z.B. BIK-Haus (ehemaliges Jugendzentrum Dreieichenhain, www.bikhaus.de), Sprendlinger Norden (www.forum-sprendlingen-nord.org)
Lebensqualität im Alter sichern Umsetzungsprojekte wie z.B. „Alle unter einem Dach“ (Dreieich), Quartiersprojekte (Sprendlingen) oder „Stadtteil-AG“ (Götzenhain, www.goetzenhain.de/erhalten_und_gestalten)
Sprachkurse für Mütter und Kinder an Kitas Fortgesetzt
Schulsozialarbeit Ausgebaut
Hausaufgabenbetreuung Ausgebaut
Integrationsbüro Ausgebaut
Bedingungen der Stadtteilbüchereien verbessern z.B. Schul- und Stadtteilbüchereien an der Karl-Nahrgang-, Weibelfeld- (www.weibelfeldschule.de) und Wingertschule
Trainingsmöglichkeiten für Vereine verbessern z.B. Drei-Felder-Sporthalle an der Heinrich-Heine-Schule (www.heinrich-heine-schule.de) sowie Kunstrasenplätze Sprendlingen und Offenthal

Sanierung/Modernisierung des Parkschwimmbads

Umgesetzt

 
 
Soziales Zusammenleben

Trotz der beschränkten finanziellen Rahmenbedingungen bleibt die Sozialpolitik der SPD in Dreieich ausgewogen und zukunftsorientiert, bei gleichbleibend hoher Qualität. Wir setzen uns ein für eine Stadt, in der sich alle Bürger/-innen wohl fühlen, egal wie alt sie sind, welches Geschlecht sie haben und wo sie herkommen. Priorität haben für uns präventive Angebote. Das, was über Jahre geschaffen wurde, wollen wir erhalten oder bedarfsgerecht anpassen.

Ganz besonders liegt uns am Herzen, dass alle Kinder gleiche Bildungschancen haben und sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. Auch aus diesem Grunde wollen wir für Dreieich Ganztagsschulen mit kostenloser Hausaufgabenhilfe und einem Angebot für gesundes und für alle bezahlbares Mittagessen. Wir fordern daher vom Land Hessen als Schulträger, sich endlich seiner Verantwortung zu stellen und die Schulen als „echte“ Ganztagsschulen auszustatten. Nur dann kann die Stadt Dreieich dadurch freiwerdende personelle Kapazitäten und finanzielle Mittel im Betreuungsbereich für dringend notwendige Angebote in den „Tagesrandzeiten“ (also vor Kita-/Schulbeginn und nach Kita-/Schulende) und für die Betreuung von unter Dreijährigen nutzen. Solange aber das Land Hessen nicht bereit ist, dies zu gewährleisten, sondern zugesagte Mittel im Gegenteil sogar kürzt, kann die Stadt Dreieich ihre knappen finanziellen Mittel „nur“ für die Nachmittagsbetreuung einsetzen. Darüber hinausgehende Möglichkeiten hat die Stadt nicht.

Die Kinder- und Jugendarbeit in Dreieich findet in enger Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen statt. Für die Kinder zwischen 10 und 15 Jahren müssen in den fünf Stadtteilen gleich gute Möglichkeiten an Freizeitaktivitäten bestehen. Die erfolgreiche Unterstützung durch die Stadt Dreieich beim Übergang von der Schule in den Beruf wollen wir fortsetzen.

Um Kindern und Jugendlichen aus finanziell oder sozial schwachen Familien die Möglichkeit zur Teilnahme an gemeinschaftlichen Freizeitaktivitäten zu geben, wollen wir für diese kostenlose bzw. ermäßigte Angebote einführen.

Auch für ältere und hochbetagte Mitbürger/-innen soll die Lebensqualität in der Stadt Dreieich erhalten und – wo möglich – verbessert werden. Projekte wie Mehrgenerationenhäuser und altersgerechtes Wohnen haben wir bereits erfolgreich umgesetzt oder sollen bei künftigen Planungen berücksichtigt werden. Das werden wir fortsetzen und dabei die Betroffenen aktiv einbinden. Ziel ist es, das selbstbestimmte und selbstständige Leben zu Hause so lange wie möglich zu erhalten. Große Bedeutung haben für uns dabei die Angebote für pflege- und betreuungsbedürftige Seniorinnen und Senioren sowie deren Angehörige. Hier werden wir die ambulanten Angebote und deren Koordinierung in den Stadtteilen weiter stärken.

Im Bereich der Integration von Migrant/-innen wollen wir die bereits vorhandenen Angebote fortführen. Gleichzeitig werben wir für mehr Akzeptanz und Toleranz in allen Bereichen des Zusammenlebens. Als ein Beispiel dafür kann das „Internationale Sommerfest“ genannt werden, welches vom Integrationsbüro der Stadt Dreieich (www.dreieich.de / Stadt & Bürgerservice / Dreieich für … / Migrantinnen/Migranten) veranstaltet wird.


Kulturangebote und Vereinswesen

Das reichhaltige kulturelle Angebot der Bürgerhäuser Dreieich (www.buergerhaeuser-dreieich.de), der Stadtteilbüchereien (www.stadtbuecherei-dreieich.de) sowie der Vereine wird für uns weiterhin seinen hohen Stellenwert behalten. Kulturangebote vor Ort sind eine Bereicherung des Alltags, fördern Gemeinschaft und Integration. Wir stehen dazu, dass trotz schwieriger Finanzsituation der Kern des kulturellen Angebots weiter erhalten wird.

Besonderes Augenmerk werden wir darauf richten, den Jugendlichen unter deren Mitwirkung und gemeinsam mit Vereinen interessante Angebote zu machen. Zur Förderung der Musikszene in Dreieich streben wir den Erhalt von Proberäumen für Jugendbands an.

Wir werden die Arbeit der Vereine in der Stadt Dreieich weiterhin partnerschaftlich unterstützen. Die Leistung der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist eine unverzichtbare Säule des Gemeinwesens – sei es in den Hilfsorganisationen, in den Vereinen oder in den sozial engagierten Gruppen. Wir werden die Vereine bestärken, mit Unterstützung der Stadt noch mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, z.B. bei der Betreuung und Pflege von Sportflächen.

Um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Vereinen und auch der Stadt Dreieich auszubauen, werden wir uns für die Einrichtung eines „runden Tisches“ für Vertreter/-innen aus Vereinen, Politik und Stadtverwaltung stark machen. Ziel wird es u.a. sein, Synergien zu nutzen, um Kosten zu sparen (z.B. bei Räumlichkeiten oder Anschaffungen). In diesem Rahmen kann eine „Ehrenamtsbörse“, also eine Plattform zur Kombination von Angebot und Nachfrage, eingerichtet werden.
 
 
Wir bleiben dabei: Die SPD steht zu ihren Zielen bei der Verbesserung der Infrastruktur.
 
Versprochen (2005) Gehalten (2010)

 
Verkehr

 
Anbindung der Querspange Nord an die Frankfurter Straße Komplett erstellt
Bau der Umgehungsstraße Offenthal Bau im Jahr 2010 begonnen (leider unterbrochen)
Keine Südumfahrung Buchschlag/Sprendlingen Mittlerweile Beschlusslage der Stadtverordnetenversammlung
Radweg von Sprendlingen zum Waldfriedhof Weitgehend erstellt
 
Wohnungsbau
 
Neubaugebiet „Nördlich der Albert-Schweitzer-Straße“ Bebauungsplan in Arbeit
Neubaugebiet „Heckenborn“ Bebauungsplan in Arbeit

 
 
Wohnen und Arbeiten

Die kommunale Wohnungspolitik repräsentiert ein Kernelement der Daseinsvorsorge. Daher ist eine weitere Bereitstellung von Wohnraum und der dazugehörigen Wohninfrastruktur notwendig. Flächensparende Bauweisen sind verstärkt anzustreben. Vorhandene Baulücken sind zu schließen, Brachen und leerstehende Gebäude auch durch Umnutzung wieder nutzbar zu machen. Die Randbebauung der Hegelstraße stellt eine weitere Möglichkeit für neue Wohnungen dar. Jedoch sprechen wir uns gegen das Wohngebiet „Mauerloch“ aus.

Familiengerechtes, bezahlbares und ökologisches Wohnen sowie die Förderung des sozialen Wohnungsbaus sind uns wichtig. Projekte wie „Barrierefreies Wohnen“, „Mehrgenerationenhaus“, „Unter einem Dach“ und „Wohnen im Alter“ sollen gefördert werden, da sie vorausschauend sind und auf Nachbarschaftshilfe setzen.

Aufgabe der Stadtentwicklung ist es, die weichen Standortfaktoren zu pflegen sowie Funktionsschwächen und bauliche Mängel zu beseitigen. Die örtliche Nahversorgung muss in allen Stadtteilen erhalten und – wo möglich – wieder ausgebaut werden. Dies ist wesentlicher Bestandteil einer alters- und behindertengerechten Infrastruktur.

Neue Gewerbegebiete sollen nur noch bei konkretem Bedarf ausgewiesen werden. Das Projekt „Gewerbegebiet Rostadt“ wird nicht weiter verfolgt.


Verkehr

Wir fokussieren uns auf die Entlastung der Dreieicher Kernbereiche. Weitere Umgehungsstraßen sind nicht nötig. Durch Maßnahmen der flächenhaften Verkehrsberuhigung und -vermeidung wollen wir in den nächsten Jahren Akzente setzen. Hierzu zählen alle verkehrlichen Möglichkeiten im Straßenraum, die zur Lärmminderung durch gleichmäßige Fahrweisen und damit auch zur Reduzierung der Abgas- und Lärmemissionen in der Stadt beitragen. Bei künftigen Straßenbauprojekten wollen wir – wo möglich und sinnvoll – den Einsatz von „Flüsterasphalt“.

Dabei können alle Verkehrsteilnehmer/-innen – ob Autofahrer/-in, Radfahrer/-in oder Fußgänger/-in – gleichberechtigt die städtische Infrastruktur nutzen. Das Augenmerk richten wir auf sichere Schul- und Radwege. Weitere Einschränkungen mit Durchfahrtsverboten für schwere Lkw sowie die Entflechtung von Ziel- und Durchgangsverkehr sind Schwerpunkte unserer Initiativen.

Für die Kernbereiche der Stadtteile wollen wir generell Tempo 30 einrichten und nur in Bereichen ohne großes Störpotenzial Tempo 50 zulassen. Zur Beseitigung der unübersichtlichen Verkehrssituation wollen wir in Dreieichenhain zunächst versuchsweise einen mobilen Kreisel An der Trift/Waldstraße/Koberstädter Straße installieren.

Das vorhandene Radverkehrsnetz werden wir optimieren, z.B. durch Radwege zwischen Götzenhain und Neu-Isenburg sowie zwischen Offenthal und Langen. Um den umweltschonenden Berufsverkehr interessanter zu machen und gleichzeitig Diebstahl und Vandalismus einzudämmen, wollen wir weitere abschließbare Fahrradboxen an den Bahnhöfen.

Die Parkplatzflächen in Sprendlingen sollen erweitert werden. Eine Option ist die Einrichtung eines Park-and-Ride-Platzes am Sprendlinger Bahnhof, wozu wir Gespräche mit der Bahn aufnehmen werden. Priorität hat jedoch der Ausbau des Parkplatzes am Bahnhof Buchschlag.

Wir fordern rechtzeitig zur Eröffnung der Offenthaler Umgehungsstraße einen Rückbau der Mainzer und Dieburger Straße zur Vermeidung von Schleichverkehr durch Offenthal.

Der Erhalt der vorhandenen und umfangreichen Straßennetze ist eine Aufgabe, die nur von der Allgemeinheit der Dreieicher/-innen geschultert werden kann. Wir sprechen uns jedoch gegen die Einführung einer Straßenbeitragssatzung aus, die Einzelne unverhältnismäßig belastet. Wir setzen uns ein für eine gerechte Verteilung der Kosten auf alle Bürgerinnen und Bürger.
 
 

Stichwort: Straßenbeitragssatzung

Auf Initiative der SPD hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Einführung einer Straßenbeitragssatzung zur Finanzierung von Straßensanierungen abzulehnen. Die Stadt Dreieich fordert die Hessische Landesregierung und den Hessischen Landtag außerdem auf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die Kommunen die Mittel zur Finanzierung von Straßengrundsanierungen in eigener Verantwortung beschaffen können.

Eine Finanzierung über Anliegerbeiträge würde zu Ungerechtigkeit führen, da Straßen in aller Regel von der Allgemeinheit und nicht nur von Anlieger/-innen genutzt werden. So wären z.B. die Anlieger/-innen, deren Straße unmittelbar nach Einführung einer solchen Satzung saniert würde, im Vergleich zu den Anlieger/-innen der letzten vor Erlass der Satzung grundsanierten Straße massiv benachteiligt. Außerdem wären Streitigkeiten um die Einteilung von Straßen und damit um die Höhe des Anliegeranteils vorprogrammiert. Insbesondere ist ein Problem einer Straßenbeitragssatzung im herkömmlichen Sinne, dass es zu unerträglich hohen Beitragsbescheiden von teilweise weit über 10.000 Euro kommen kann.

Deshalb muss die Straßensanierung als öffentliche Aufgabe von allen Bürger/-innen finanziert werden.
 
 
Natur und Umwelt

Eine nachhaltige Politik konzentriert sich vor allem auf die Vorsorge. Kommunalpolitik kann einen wichtigen Beitrag zum vorbeugenden Umweltschutz leisten. Wir unterstützen die Konzepte und Strategien für CO2-freie Städte und Gemeinden der Zukunft.

Dazu gehören der Ausbau eigener Anlagen und die Beteiligungen an Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. In Bebauungsplänen sollen Richtlinien zum Natur- und Umweltschutz festgeschrieben werden.

Durch den Ausbau der „Regionaltangente West“ bis Dieburg soll eine Optimierung des öffentlichen Schienen-Personennahverkehrs zu Gunsten des Umweltschutzes erreicht werden.

Die Natur soll ihr Revier teilweise zurück erhalten durch:
mehr „Grün“, dazu zählen Dach- und Fassadenbegrünung.
artgerechte Bepflanzung, z.B. standortgerechter Bäume.
die Renaturierung von Bächen (z.B. Fritzenwiesengraben und Hengstbach).
die Einrichtung eines Wald-/Naturlehrpfades.
optische Aufwertung der Innenstädte durch weitere Bepflanzung, auch unter Beteiligung der Bürger/-innen.


Energie und Abfallwirtschaft

Die Renovierungen und Sanierungen von städtischen Liegenschaften erfolgen nach unserer Vorstellung unter besonderer Berücksichtigung von Energieeinsparungen und der Nutzung regenerativer Energiequellen. Dies schafft dem ortsansässigen Handwerk und den Dienstleistungsbereichen Aufträge und sichert Arbeitsplätze.

Die Stadt erstellt Neubauten als Passivhäuser und nutzt bei der Stadt- und Bauplanung in Zukunft erneuerbare Energien.

Die Beschaffung von umweltfreundlichen städtischen Kfz mit Elektro- und/oder Gasantrieb und/oder niedrigem CO2-Ausstoß wollen wir ebenso umsetzen wie die Installation von Solaranlagen auf städtischen Dachflächen. Hierbei soll die neue „Bürger Energiegenossenschaft“ (www.buerger-energiegenossenschaft.de) unterstützt werden.

Die kommunalen Stromnetze sollen zu einem „intelligenten“ Netz umgebaut werden, welches die Aufnahme und Verteilung erneuerbarer Energien erleichtert. Die Erzeugung erneuerbarer Energien im Bereich der Wasser- und Abfallwirtschaft wollen wir fördern (z.B. die energetische Nutzung von Klärgasen, Klärschlämmen, landwirtschaftlicher Biomasse und Erdwärme).

Wir unterstützen das neue „Energienetzwerk Dreieich“ (www.energienetzwerk-dreieich.de) bei seinen Leistungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen und Politik.